Kompakte Drücktechnik mit voller Performance
Abacus Maschinenbau setzt auch bei der neuen Premo 300 Nova auf Lineatechnik und Messsysteme von HIWIN
Zwischen Kostendruck, Unsicherheit und steigenden Anforderungen sind im Sondermaschinenbau Lösungen gefragt, die flexibel, wirtschaftlich und technisch überzeugend zugleich sind.
Die Abacus Maschinenbau GmbH stellt sich diesen Herausforderungen und begegnet ihnen mit durchdachten, praxisnahen Maschinenkonzepten – zuletzt mit der Premo 300 Nova, einem neuen Meilenstein innerhalb der bewährten PREMO-Drückmaschinenserie.
Abacus ist seit vielen Jahren ein etablierter Spezialist für Sondermaschinen im Bereich der Blechumformung. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Drückmaschinen zur Herstellung rotationssymmetrischer Hohlkörper für ein breites Spektrum industrieller Anwendungen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit ausgewählten Technologiepartnern – darunter die HIWIN GmbH. "Im Sondermaschinenbau gibt es keine Lösungen von der Stange. Wir brauchen Partner, die technisch mithalten können und für uns immer auch dann erreichbar sind, wenn es kritisch wird", betont Derk Weber, Geschäftsführer der Abacus Maschinenbau GmbH.
Die Zusammenarbeit zwischen Abacus und HIWIN besteht inzwischen seit über 18 Jahren. Nachdem Abacus zunächst andere Führungssysteme eingesetzt hatte, führte ein unverbindlicher Messekontakt zu einem intensiven technischen Austausch, der schließlich den Wechsel zu HIWIN Linearführungen einleitete. Ausschlaggebend waren dabei nicht nur die Produktqualität, sondern insbesondere die Zuverlässigkeit in der Lieferkette, der direkte technische Support sowie die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. "Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist Verlässlichkeit entscheidend. Wenn wir ein Problem haben, wollen wir nicht diskutieren, ob es gelöst wird, sondern wie schnell", so Weber. "Diese Haltung erleben wir bei HIWIN seit vielen Jahren."
Marktdruck als Innovationsmotor: Der Weg zur Premo 300 Nova Der
Impuls zur Entwicklung der Premo 300 Nova entstand aus konkreten Marktbeobachtungen. Auf Fachmessen zeigte sich zunehmend, dass klassische Drückmaschinen zwar leistungsfähig, für kleinere Bauteile jedoch oft überdimensioniert sind – sowohl hinsichtlich des Platzbedarfs als auch des Investitionsvolumens.
"Viele unserer Kunden wollen investieren, aber mit Augenmaß", erklärt Weber. "Große Maschinen sind aktuell oft mit einem zu hohen Risiko verbunden. Kleine, leistungsfähige Lösungen treffen daher genau den Nerv der Zeit.".
Die Premo 300 Nova wurde daher gezielt für Unternehmen entwickelt, die Kleinstteile bislang auf großen Drückmaschinen mit hohen Stundensätzen fertigen oder noch manuell drücken und nun den nächsten Schritt in Richtung Automatisierung und Effizienz gehen möchten. Ziel war es, eine kompakte Maschine zu entwickeln, die trotz deutlich reduzierter Abmessungen die technologische Leistungsfähigkeit größerer Anlagen bietet. Bedienerseitig setzt Abacus auch bei der Premo 300 Nova auf die hauseigene Steuerung PREMO-Agent, die bereits in den größeren Modellen PREMO 600, 1000 und 1200 zum Einsatz kommt. Die intuitive Benutzeroberfläche ermöglicht einen schnellen Einstieg ohne lange Einarbeitungszeiten – insbesondere für Unternehmen, die von manuellen Drückprozessen auf CNC-Technik umsteigen. Damit ergänzt die neue Anlage gezielt das bestehende Portfolio von Abacus und eröffnet neue Investitionsmöglichkeiten für Bestands- und Neukunden.
Konsequent auf Kompaktheit, Modularität und Effizienz ausgelegt, lässt sich die neue Maschine auf einer vergleichsweise kleinen Stellfläche integrieren. Gleichzeitig ermöglicht das modulare Konzept kundenspezifische Anpassungen, etwa zusätzliche Z-Achsen oder spezielle Sonderoptionen. Moderne Servomotor-Technologie ersetzt dabei klassische Hydrauliksysteme und ermöglicht ein präzises, energieeffizientes Arbeiten.
"Die eigentliche Herausforderung bei der Entwicklung bestand darin, die hohen Prozesskräfte auf einem Raum sicher zu beherrschen", erläutert Weber. "Kompakt darf nicht bedeuten, dass man bei Präzision oder Stabilität Abstriche macht."
Entsprechend hoch waren die Anforderungen an die eingesetzten Führungssysteme.
Schwerlast-Rollenführungen für maximale Prozesssicherheit
Aus diesem Grund entschied sich Abacus beim neuen Maschinenkonzept erstmals für den Einsatz der HIWIN-Rollenführung UR – der neuesten Generation der Schwerlast-Profilschienenführungen von HIWIN. Die UR-Baureihe stellt eine konsequente Weiterentwicklung der bewährten RG-Rollenführungen dar und wurde gezielt für Anwendungen im Werkzeug- und Sondermaschinenbau sowie für hochdynamische Schwerlastprozesse konzipiert.
Beim Drückprozess formt die Premo 300 Nova flache Bleche durch rotierende Drückrollen schrittweise zu rotationssymmetrischen Hohlkörpern. Dabei wirken hohe, stoßartige und pulsierende Kräfte auf die Mechanik der Maschine. "Die UR-Führung bietet hier genau die Kombination aus Steifigkeit, Tragfähigkeit und Präzision, die wir für diese Maschine benötigen", erklärt Derk Weber.
Im Vergleich zu Kugelumlaufsystemen arbeitet die UR-Baureihe mit Rollen als Wälzkörper. Durch den Linienkontakt zwischen Rolle und Laufbahn lassen sich deutlich höhere Lasten bei minimaler elastischer Verformung aufnehmen. Gerade bei wechselnden Kraftspitzen, wie sie beim Drücken auftreten, sorgt dies für eine hohe Prozessstabilität und eine konstante Bauteilqualität.
Darüber hinaus erreicht die UR-Serie im Vergleich zur Vorgängergeneration eine bis zu 34 % höhere statische Tragkraft sowie eine bis zu 19 % höhere dynamische Tragkraft. Daraus resultiert eine um bis zu 70 % verlängerte Lebensdauer der Führung. Verantwortlich hierfür sind eine optimierte Rollengeometrie, eine gleichmäßige Kraftverteilung im Laufwagen sowie eine insgesamt höhere Systemsteifigkeit.
"Wir dimensionieren bewusst nicht auf Kante", so Weber. "Unsere Kunden erwarten Maschinen, die auch nach vielen Jahren noch reproduzierbar laufen. Die UR-Führung gibt uns dafür die notwendige Sicherheit."
Ein weiteres technisches Highlight ist das integrierte magnetische Messsystem. Die UR-Rollenführung ermöglicht die direkte Integration magnetischer Messsysteme von HIWIN, bei denen das Maßband geschützt in der Schiene liegt und der Lesekopf am Laufwagen sitzt.
Frühere externe Band- oder Seilzugsysteme hatten sich insbesondere bei hängenden Achsen als mechanisch empfindlich und sicherheitstechnisch kritisch erwiesen. Aus diesem Grund entschied sich Abacus bewusst für ein zweites, unabhängiges Messsystem zusätzlich zur Motorregelung. "Sicherheit ist kein optionales Feature", betont Weber. "Die integrierte Lösung von HIWIN ist robust, elegant und erhöht die funktionale Sicherheit der Maschine deutlich."
Ergänzt wird das Führungssystem durch Kugelgewindetriebe von HIWIN, die eine präzise, spielfreie Kraftübertragung und gleichmäßige Achsbewegungen ermöglichen. Im Zusammenspiel entsteht so ein mechanisches Gesamtsystem, das hohe Prozesskräfte sicher aufnimmt und gleichzeitig reproduzierbare Positioniergenauigkeit gewährleistet.
Partnerschaft, die über Technik hinausgeht
Die Auslegung der Linearführungen erfolgte vollständig inhouse bei Abacus, wurde jedoch von Beginn an durch einen engen technischen Austausch mit HIWIN begleitet. Neben den vom Antriebstechnikspezialisten bereitgestellten Online-Tools, wie dem Auslegungstool und Produktkonfigurator, waren vor allem der direkte Kontakt und kurze Entscheidungswege entscheidend.
"Im Sondermaschinenbau gibt es keine Standardsituation", unterstreicht Tobias Richter, Außendienstmitarbeiter bei der HIWIN GmbH. "Unsere Aufgabe ist es, die Konstrukteure nicht nur mit Datenblättern, sondern mit anwendungsbezogenem Know-how zu unterstützen. Gerade bei neuen Produkten wie der UR ist der direkte Dialog extrem wichtig."
Auch Abacus sieht in dieser Zusammenarbeit einen klaren Wettbewerbsvorteil: Verlässliche Lieferzeiten, technische Erreichbarkeit und die Bereitschaft, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, sind für das Unternehmen wichtiger als kurzfristige Preisvorteile.
"Am Ende bleibt trotz aller Digitalisierung und Automatisierung der Mensch die entscheidende Schnittstelle", fasst Weber zusammen. "Wenn Technik und Zusammenarbeit auf Augenhöhe funktionieren, entstehen Maschinenkonzepte, die den Markt wirklich weiterbringen."
Genau auf dieser Basis sehen beide Unternehmen auch künftig das Fundament für weitere gemeinsame Projekte.
Schauen Sie sich jetzt das Video zur Anwendung an!